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Medialern-Lexikon: Lexikon für Begriffe aus der Medienwelt.



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A

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Sie sind so gefragt wie sonst kaum ein Fach: kommunikationswissenschaftliche und journalistische Studiengänge haben seit Jahren einen hohen Zulauf. Ob in München, Leipzig oder Köln - die Zahl der Bewerber liegt überall ein Vielfaches über der Zahl der verfügbaren Plätze. Die Universitäten reagieren auf diesen Boom mit neuen Abschlussmöglichkeiten und erweiterten Lehrangeboten. Vor allem die praktische Seite wird gestärkt, um die Studierenden möglichst umfassend auf ihre spätere Arbeit vorzubereiten.

Solide Grundlagenausbildung und Kennenlernen der Arbeitsbedingungen

Ein Beispiel dafür ist der von der Universität Hamburg angebotene Teilstudiengang Journalistik. "Einerseits soll den Studierenden eine solide Grundlagenausbildung ermöglicht werden. Auf der anderen Seite können sie verschiedene Medien und Arbeitsbedingungen kennen lernen", beschreibt Monika Pater, Studienberaterin am Institut für Journalistik, das Profil des vor zehn Jahren gestarteten Studiengangs. In Zukunft soll Journalistik in der Hansestadt auch als Hauptfach studiert werden können. Der Hauptfachstudiengang "Journalistik und Kommunikationswissenschaft" wird aber nur in Kombination mit einem weiteren Hauptfach angeboten. "Die Studierenden erhalten damit nicht nur die journalistische Fachkompetenz für Medienberufe, sondern bekommen die sachliche Kompetenz aus ihrem zweiten Hauptfach", erklärt Barbara Thomaß, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Journalistik-Institut. Hinzu kommt die Möglichkeit, das Studium mit dem international anerkannten Titel Bachelor of Arts (BA) abzuschließen. Für die derzeit in Hamburg zur Verfügung stehenden 70 Studienplätze bewerben sich im Schnitt pro Jahr über 300 Bewerber.

Ähnlich sieht die Situation beim Diplom- und Magisterstudiengang Journalistik an der Universität Leipzig aus. Auf 60 Plätze kommen hier rund 300 Bewerber. Wer an der sächsischen Universität im ersten oder zweiten Hauptfach Journalistik studieren will, muss ein doppeltes Auswahlverfahren überstehen: ein vierteiliger Eignungstest sowie ein darauffolgendes Eignungsgespräch.

Die praktische Ausbildung wird in Leipzig durch ein integriertes, neun bis zwölf Monate dauerndes Redaktionsvolontariat vertieft. Dieses Volontariat kann zwischen dem fünften und dem siebten oder nach dem siebtenSemester absolviert werden. Die Journalistik-Absolventen können damit nach ihrem Abschluss nicht nur ein Studium, sondern gleichzeitig auch die so oft geforderte Berufsausbildung vorweisen.

Dieses Volontariat ist allerdings nur dann vorgeschrieben, wenn Journalistik als erstes Hauptfach/ oder als Magisterstudiengang studiert wird. "Journalistik als zweites Hauptfach ist medienpraktischer ausgerichtet und soll eine breitere Ausbildung gewährleisten", sagt die Studienfachberaterin Sigrid Hoyer. Zunächst bekommen die Studenten so einen Überblick über die ganze Bandbreite der Medien.

Eigeninitiative ergreifen- zum Beispiel beim Uni-Radio

Im Hauptstudium können sie sich dann auf Zeitung, Radio, Fernsehen oder den Bereich Öffentlichkeitsarbeit spezialisieren. Darüber hinaus haben die Studenten am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft die Möglichkeit, in verschiedenen Projekten praktische Erfahrungen zu sammeln. Ein Beispiel hierfür ist der universitätseigene Hörfunksender "Mephisto 97.6".

Interdisziplinär ausgerichtet ist der neue Studiengang Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen. Insgesamt sind daran acht Fakultäten und 20 Professoren beteiligt. Neben Kommunikationswissenschaftlern sollen Dozenten aus anderen Fachgebieten wie Wirtschaftswissenschaften oder Jura die Publizistik-Studierenden unterrichten. Auch in Göttingen werden steigende Bewerberzahlen verzeichnet: Zum Wintersemester 2000 sind rund 800 Bewerbungen eingegangen - 300 mehr als noch im Jahr zuvor.

Alternative?

Wer die Theorie der Praxis vorzieht, findet in Münster eine Alternative. Am Institut für Kommunikationswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster liegt der Schwerpunkt deutlich auf den wissenschaftlichen Bereichen. Die Praxis macht hier nur etwa 20 Prozent der Lehrinhalte aus.

"Wir wollen für alle Kommunikationsberufe ausbilden, das heißt nicht nur für den Journalismus, sondern auch für Medienkommunikation, Public Relations, Werbung oder Markt- und Meinungsforschung", sagt Marianne Ravenstein, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft. Dementsprechend groß ist der Andrang: Zum vergangenen Wintersemester gab es für die 190 Studienplätze laut Universität über 1.700 Bewerbungen.

Promovieren?

Ein für viele Interessenten entscheidender Vorteil des Studiums in Münster: Statt erst einen Magisterabschlusses zu machen, kann man hier direkt promovieren. "Wir haben allerdings eher schlechte Erfahrungen damit gemacht, weil viele Studenten vor Beendigung ihrer Promotion ein Jobangebot haben und ihr Studium abbrechen", erklärt Holger Schwesinger vom Institut für Kommunikationswissenschaft. Trotzdem soll die Direktpromotion weiter angeboten werden. Denn ein Doktortitel erhöhe die Chancen, in einem Unternehmen Karriere zu machen.

B

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Ein Bericht ist, wenn man so will, der große Bruder einer Nachricht. Er beleuchtet nicht nur die Neuigkeit an sich, sondern auch Hintergründe und Zusammenhänge. Die Pyramiden-Regel (Zu Beginn das Wichtigste im Weiteren hinzu weniger wichtigeren Sachverhalten bzw. Hintergründen o.ä.) gilt beim Bericht für den ersten Absatz. Dort sollten die W-Fragen beantwortet werden, damit der Leser weiß, worum es geht. Meinungen des Autors haben hier ebenso wenig verloren, wie in einer Nachricht.
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Der Bildredakteur beschafft das Foto- oder auch Illustrationsmaterial für Printmedien, Internet, TV und Film. Dazu werden Fotografen oder Bildagenturen angefragt oder Aufträge an Fotografen vergeben. Der Bildredakteur trifft die Auswahl oder Vorauswahl der Bilder, die veröffentlicht werden sollen. Es gibt keinen geregelten Ausbildungsweg, meist steht ein Volontariat am Anfang der Tätigkeit, oft auch ein Studium im Bereich Grafik o.ä.
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Zur Boulevardpresse (englisch: "yellow press") gehören regelmäßig erscheinende Zeitungen und Zeitschriften, die vorwiegend auf der Straße ("Boulevard") verkauft werden, also nicht im Abonnement vertrieben werden. Diese zeichnen sich durch eine betont sensationelle Aufmachung, große Überschriften, großflächige Fotos, auffällige Farben und plakative Schlagzeilen aus, welche sowohl die Aufmerksamkeit des Lesers sichern als auch zum Kauf anregen sollen. Sie wollen den Leser durch schockierende Stories ansprechen und bedienen sich häufig einer einfachen und sehr direkten Ausdrucksweise, in der nicht selten Elemente der Umgangs- und Vulgärsprache wiederzufinden sind. Die mit Abstand bekannteste deutsche Boulevardzeitung und gleichzeitig die größte europäische Tageszeitung ist die BILD-Zeitung aus dem Axel-Springer-Verlag.

C

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Der Chef vom Dienst, häufig CvD abgekürzt, ist der Redakteur in einer Redaktion, der die Planung und Verantwortung für die aktuelle Ausgabe einer Zeitung, Zeitschrift oder einer Nachrichten-Sendung in Hörfunk oder Fernsehen hat. Seine wesentlichen Aufgaben bestehen darin, den Inhalt der Ausgabe festzulegen und die Qualität der Beiträge zu sichern.
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Ein Chefredakteur ist als Vorgesetzter anderer Redakteure und leitender Redakteur verantwortlich für die Inhalte einer Zeitung oder Zeitschrift.

Neben seinen normalen Aufgaben als Redakteur/Journalist hat er zusätzlich die Aufgaben, die Artikel der ihm unterstellten Journalisten zu prüfen bzw. diesen Aufträge zu geben, worüber sie schreiben sollen. Auch ist er häufig neben dem Chef vom Dienst (CvD) für den Inhalt der Zeitung verantwortlich (ViSdP = verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes).

D

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Der Deutsche Presserat ist eine Organisation der großen deutschen Verleger- und Journalistenverbände: Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju). Gegründet wurde der Presserat 1956 als Reaktion auf ein geplantes Bundespressegesetz. Der Deutsche Presserat tritt für die Pressefreiheit und den ungehinderten Zugang zu Nachrichtenquellen ein und fungiert außerdem als freiwilliges Selbstkontrollorgan der deutschen Presse. Er hat die Publizistischen Grundsätze (Pressekodex) ausgearbeitet, eine Art Ehrenkodex für Medienvertreter. Verstößt ein Presseunternehmen gegen einen oder mehrere dieser publizistischen Grundsätze, ist es jedem Menschen möglich, eine Beschwerde beim Presserat einzureichen. In seinen Sitzungen entscheidet das Gremium, ob die Beschwerde begründet ist. Es hat dann die Möglichkeit, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

- Hinweis (ergeht an die betreffende Redaktion bei geringeren Verstößen gegen den Kodex, nicht-öffentlich)

- Missbilligung (ergeht für schwerere Verstöße gegen den Kodex, nicht-öffentlich)

- Rüge (härtestes Sanktionsmittel: Öffentlichen Rügen muss das Medium abdrucken. Nicht-öffentliche Rügen werden ausgesprochen bei schwerwiegenden Verstößen, wenn sich eine weitere Veröffentlichung aus Gründen des Opferschutzes verbietet.)

E

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Als embedded Journalist gelten Medienvertreter, die von Regierung bzw. Militär aus zur Berichterstattung über bestimmte Projekte zugelassen werden.

So nahmen die USA zum Irakkrieg 2003 insgesamt rund 600 embedded Journalists mit, von denen 16 während der Kriegswochen ums Leben kamen, darunter der deutsche Focus-Korrespondent Christian Liebig. Die Journalisten waren unmittelbar in die kämpfenden Truppen integriert.

F

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Interview-Fragetechniken
Autor: David Schubert

Es gibt verflixt gute Journalisten, die tolle Interviews führen können. Und es gibt Fragetechniken, die eigene Interviews treffsicherer, spannender und tiefgreifender machen können. Die Basics sind ganz einfach.

DER EINSTIEG
Ein Einstieg muss nicht alles klären, den Interviewpartner sanft vorbereiten oder die Stimmung lockern. Ein Einstieg ist dazu da, den Interviewten herauszufordern, den Leser zum Lesen zu bringen und eine Erwartungshaltung aufzubauen.

Wenn ich ein Interview mit dem Musikchef eines großen Senders führe, dann sollte meine Einstiegsfrage nicht lauten: Wie sind sie zu dem Job gekommen? Wieviele Titel sind in der Datenbank? Man muss dem Mann das Gefühl geben, dass er hier nicht das erzählen soll, was er immer erzählt. Der Einstieg muss überraschen: Was ist ihr Lieblingslied? Was war die tollste Promotion-Reise, auf die sie eingeladen wurden? Welches Lied hätten Sie lieber nicht aufgenommen?

Das Beispiel ist flapsig, die Regel gilt aber auch bei Informationsinterviews: Wenn schon die Einstiegsfrage vom Interviewten erwartet wird, ist es ganz schön schwer, ihn aus der Reserve zu locken und die Leser zum weiterlesen zu bringen. Ein Interview muss Persönlichkeit haben.

DIE FRAGETECHNIKEN
Jetzt wird es eigentlich erst richtig spannend. Fragetechniken, eigentlich sollte es Fragekunst heißen. Die Techniken sind erst das Handwerk, die Kunst ist es, je nach Situation und Gesprächsablauf die richtigen Fragen zu stellen. Diese Liste beginnt mit den Grundlagen und kommt am Ende zu ganz speziellen Techniken.

Faustregel:
Langschweifige Fragen provozieren lange Antworten, kurze Fragen (Stakkatofragen) provozieren kurze, präzisere Antworten.

Die offene Frage
Definition: Eine Frage, die keine Ein-Wort-Antwort zulässt (vor allem nicht: Ja oder nein)

Beispiel: Welche Lösung der Finanzkrise haben sie im Kopf?
Wann? Wenn jemand so gar nicht in die Puschen kommen will - bei dieser Frage kann er nicht knapp antworten und macht sich zumindest Gedanken. Außerdem öffnet man mit dieser Frage das Gespräch für Ideen des Interviewten.

Die geschlossene Frage
Definition: Eine Frage, auf die man mit einem Wort antworten kann.

Beispiel: Wollen Sie eine Steuerreform?
Wann? Wenn jemand besonders viel und ausschweifend redet, kann man mit dieser Frage das Gespräch zuziehen oder wieder auf den Punkt bringen. Allgemein ausschweifende Gesprächspartner lassen sich mit kurzen, geschlossenen Zwischenfragen zu kürzeren Antworten bewegen.

Die vorstellende Frage
Definition: Eine Frage, der der Name oder die Funktion des Ansgesprochenen angehängt wird.
Beispiel: Haben Sie Angst vor der politischen Zukunft der CDU, Herr Steffel?
Wann? Wenn man einen Sachverhalt unmittelbar mit der Person des Interviewten in Verbindung bringen möchte. Auch ihm wird dann klar: Das ist eine Frage, die ich für mich persönlich beantworten soll. Daß heißt: Diese Frageform ist einerseits sehr massiv, verhindert aber andererseits manchmal, dass die Leute sich in Allgemeinplätze flüchten.

Die Balkonfrage
Definition: Eine Frage, der eine kurze Erklärung vorangestellt wird.
Beispiel: Die Steuerbelastung der Unternehmer hat sich laut FAZ-Bericht vom Montag gegenüber dem Vorjahr um 12% erhöht. Ist die deutsche Wirtschaft in Gefahr?
Wann? Wenn man den Bereich abstecken will, indem der Gefragte antworten kann - oder - wenn man den Leser kurz informieren will, was eigentlich Sache ist. Man vermeidet damit, dass Mißverständnisse bei Leser oder Gefragtem entstehen. Die Gefahr besteht darin, dass die Frage dadurch zu lang wird und die Dynamik des Gesprächs den Bach runtergeht.

Die Autoritätsfrage
Definition: Eine Frage, die Kritikpunkte anderer indirekt aufnimmt und zur Reaktion provoziert.
Beispiel: Das UNHCR hat gestern die neue Flüchtlingspolitik als gegen jede Menschenwürde abgelehnt. Was sagen Sie dazu?
Wann? Der Journalist sollte sich hüten, eigene Kritikpunkte als Kritik vorzubringen. Wer diese Frageform nutzt, bleibt nach außen hin Objektiv (nicht ich kritisiere, sondern diese oder jene Quelle) und der Interviewte fühlt sich nicht persönlich vom Journalisten angegriffen. Bei der einfachsten Form wird nicht einmal die Quelle genannt: Kritiker behaupten, dass.. oder ähnlich.

Die Stakkatofrage
Definition: Eigentlich keine richtige Frageform, sondern allgemein ein kurzes Dazwischenfragen.
Beispiel: Wieviel genau? Warum? An wen?
Wann? Wenn der Gefragte wichtige Punkte umschifft oder auslässt, kann man seinen Redeschwall unaufdringlich unterbrechen und ihn darauf aufmerksam machen. Eine solche Frage sollte nie mehr als drei Worte enthalten.

Die Frage nach dem Fadenverlieren
Definition: Wer den Faden verloren hat, sollte ihn mit diesen Fragen schnell wieder in die Hand bekommen.
Beispiel: Was meinen Sie damit genau?
Wann? Wenn man den Faden verloren hat, helfen einem Floskeln aus der Patsche: Eine gute Methode ist, einen abstrakten Begriff aus der letzten Antwort des Interviewten zu wiederholen (interkulturelles Zusammensein.), dann wird er ihn nochmal erklären. Außerdem sinnvoll: Wie meinen Sie das? Können Sie das mit einem Beispiel deutlich machen? Das kann man eigentlich immer fragen, ohne dass die eigene Hilflosigkeit zu sehr auffällt.

SUGGESTIVE TECHNIKEN
Diese Fragetechniken sollen die Antwort des Gegenüber von vorneherein in eine bestimmte Richtung lenken, sie sind mit Vorsicht zu gebrauchen und können schnell ein schlechtes Licht auf den Interviewer werfen.

Die klassische Suggestiv-Frage
Definition: Einen bestimmten Sachverhalt unterbewußt voraussetzen.
Beispiel: Haben Sie nicht auch manchmal das Gefühl, dass rot-grün manchmal unrealistische Vorstellungen von Politik hat?
Wann? Die Frage zieht den Gegenüber ins gemeinsame Boot: Glaubst Du nicht auch, ....? Psychologisch ist es schwieriger, dieser Voraussetzung zu widersprechen, als sie einfach - etwas variiert - zu übernehmen.

Die Alternativfrage
Definition: Eine Frage, die eine Antwort auf eine Alternative einschränkt.
Beispiel: Denken Sie, das neue Auto des Bundeskanzlers wird eher knallrot oder traditionell schwarz?
Wann? Wenn man dem Gegenüber eine Alternative vorgaukeln will (die in den meisten Fällen so nicht gegeben ist). Die Fragetechnik basiert auf der Gesprächspsychologie: Der Interviewte, vor eine Alternative gestellt, spürt eine Hemmung, auf die Beispielsfrage mit Ich denke, es wird grün zu antworten.

Die Ja-Fragen-Straße
Definition: Ein psychologischer Trick, der die Hemmschwelle für ein Ja erniedrigt.
Beispiel: Sie sind 58? Ja. Haben Sie Kinder? Ja. Kommen Sie gut klar mit Ihrer Partei? Ja. Würden Sie gerne mal Bundeskanzler werden?
Wann? Wenn man eine 'heisse' Frage vorzubereiten versucht, kann man mit der Ja-Fragen-Straße arbeiten. Indem der Interviewte häufig Ja gesagt hat, gewöhnt er sich innerlich daran. Macht man das geschickt genug, kann man den Gefragten dazu bringen, tatsächlich Ja zu sagen, wenn er Ja meint und eigentlich ausweichen wollte.

NONVERBALE TECHNIKEN
Unterbrechung
Kommt der Gegenüber aus dem Reden nicht mehr raus, hebt man die rechte Hand. Das ist das Zeichen für: Dazu will ich etwas sagen. Wenn das nicht hilft, versucht man es mit Stakkatofragen (s. oben).

Anspornen
Für Gesprächsscheue Interviewte: Nicken mit dem Kopf im richtigen Moment und eine leicht nach vorn gebeugte Körperhaltung helfen, den Gegenüber zu motivieren, ohne ihn zu stören.

Wer diese Techniken kennt, kann mit jeder Interviewsituation souverän umgehen, ohne dass man jahrelang üben muss. Das würde allerdings noch mehr bringen, aber wie gesagt: Das waren die Basics.

G

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Das Gegendarstellungsrecht in Deutschland ist in den Pressegesetzen der Länder, den Rundfunk- und Mediengesetzen der Länder und im Mediendienste-Staatsvertrag verankert. Danach kann jede Person und jede Stelle, die von einer in den Medien verbreiteten Tatsachenbehauptung betroffen ist, ihre abweichende Darstellung des Sachverhalts im selben Medium kostenlos artikulieren.

Allerdings darf die Gegendarstellung wiederum nur Tatsachenbehauptungen enthalten. Sie muss vom Betroffenen persönlich verlangt und persönlich unterzeichnet werden und in engem zeitlichen Zusammenhang mit der beanstandeten Berichterstattung verlangt werden.

Die Zeitung, die Rundfunkanstalt oder der Internetanbieter ist verpflichtet, die Gegendarstellung unverzüglich in der nächsterreichbaren Ausgabe des Mediums an derselben Stelle und in derselben Aufmachung zu veröffentlichen wie der beanstandete Artikel. Für die Gegendarstellung ist es ohne Bedeutung, ob die beanstandete Tatsachenbehauptung wahr oder falsch war. Wenn das Medium die Gegendarstellung verweigert, kann der Betroffene sie durch einstweilige Verfügung vor einem Zivilgericht erzwingen.


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